CO2-Fußabdruck Recyclingpapier

CO2-Fußabdruck Recyclingpapier

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mi 29. Apr 2026, 06:43

Den CO2-Fußabdruck von Recyclingpapier zu ermitteln ist fast unmöglich.

Das liegt an folgenden Faktoren:
- Das Altpapier muss erst einmal eingesammelt werden-
Um den CO2-Fußabdruck zu ermitteln, müsste man genau wissen, mit welchen Fahrzeugen das Papier eingesammelt wird. Gleichzeitig müsste man auch wissen, wie oft gehalten wird und welche Strecke zum Einsammeln zurückgelegt wird.
Das müsste man dann aber für jede Einsammeltour einzeln ermitteln + das auch noch für jede Kommune individuell.

- Altpapier muss sortiert, getrennt und für den Weitertransport vorbereitet werden -
Viel Altpapier ist nicht mehr zum Recycling geeignet. Anderes ist so stark farbbelastet, dass es nicht mit dem weniger belasteten gemischt werden darf. Am Ende muss das getrennte Altpapier dann zu Blöcken gepresst und gebündelt werden, die man später zum Recyclingwerk schaffen kann.

An allen Stationen kommen Maschinen zum Einsatz. Zusätzlich wird natürlich auch noch Energie verbraucht. Alles zusammen ergibt den CO2-Fußabdruck an diesem Punkt des Recyclingvorganges.
Es gibt unzählige solcher Stationen. Sie werden kommunal oder gewerblich betrieben. Man müsste also den CO2-Fußabdruck von allen Stationen ermitteln und summieren.

- Altpapier muss zum Recyclingwerk transportiert werden -
Auf den ersten Blick scheint es eine leichte Aufgabe zu sein, den dabei entstehenden CO2-Fußabdruck zu ermitteln. CO2-Fußabdruck des Fahrzeuges über die gefahrene Strecke und schon weiß man man, was man zu kalkulieren hat ... aber nur für diesen einen Transport.

Deutschland zählt zu den Nettoimporteuren von Altpapier.
Das bedeutet, dass in Deutschland mehr Altpapier verarbeitet wird, als dort überhaupt anfällt. Um den CO2-Fußabdruck zu ermitteln, müsste man jetzt auch die Daten aus allen anderen Ländern haben.

Spätestens jetzt sollte klar werden, weshalb man den CO2-Fußabdruck für Altpapier (aktuell) unmöglich ermitteln kann. Es fehlen einfach die dazu nötigen Unmengen an Daten.

Der CO2-Fußabdruck wird erst wieder ermittelbar, sobald das Altpapier beim jeweiligen Recyclingwerk angekommen ist.
Dort entstehen dann aus Altpapier wieder neue Papiere und Kartonagen.

Nachdem aus dem Altpapier nun endlich Recyclingpapier entstanden ist, geht es aber noch weiter
Denn jetzt kommt es darauf an, wie das Recyclingpapier wieder zum Verbraucher zurück kommt.

a) Es gibt ein Vertriebssystem, bei dem es in allen Bundesländern Großlager gibt, aus denen schlussendlich der Handel beliefert wird.
Große Mengen werden gleichzeitig eingelagert und dann bei Bedarf in den benötigten Kleinmengen ausgeliefert.
- Hohe Effizienz und Transportkapazität sorgen für einen möglichst geringen CO2-Fußabdruck.
- Kurze Wege vom Großlager zu den Lagern des Handels verringern den dabei entstehenden CO2-Fußabdruck auf ein Minimum.
- Die Großlager selbst haben natürlich auch noch einen eigenen CO2-Fußabdruck, der auch noch berücksichtigt werden muss

b) Alle Transporte gehen immer direkt vom Werk zu den Lagern des Handels
- Der CO2-Fußabdruck des Großlagers wird vermieden
- Die Transporte vom Werk zum Handel müssen dafür einzeln und direkt erfolgen. Dabei kann es auch sein, dass eine geringe Menge an Recyclingpapier "ganz allein" auf den langen Weg vom Hersteller zum Handel transportiert werden muss.
Der CO2-Fußabdruck wird durch solche einzelnen Transporte erheblich größer als wenn eine komplette LKW-Ladung gleichzeitig an das gleiche Ziel gehen würde.

Zudem geht der Transport immer über die gesamte Strecke und nicht nur über ein Teilstück.
Wird heute eine kleine Menge an den Handel 300 km entfernt benötigt. muss der Transport auch zeitnah dorthin erfolgen.
Wenn übermorgen die gleiche Menge dann nur 50 Km vom ersten Ziel entfernt benötigt wird, muss wieder ein neuer Transport über 2x 300 Kilometer erfolgen... und nicht nur ein Transport von 2x 50 Km
Hier entsteht dann durchaus ein erheblich größerer CO2-Fußabdruck als ihn ein Großlager erzeugen würde.

Recycling dient vor allem der Einsparung von Ressourcen. Der CO2-Fußabdruck ist dabei absolut unklar.
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