Während der CO2-Fußabdruck bei Recyclingpapier völlig unklar bleibt (siehe viewtopic.php?f=11&t=305 ) lässt er sich bei frischem Papier teilweise sogar ziemlich genau beziffern.
Der Hersteller UPM ( https://www.upm.com ) ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Hersteller immer offener mit den benötigten Daten umgehen.
UPM gibt zum Beispiel öffentlichen Einblick in den CO2-Fußabdruck seiner Produktionsstätten.
Die Standorte der Werke werden veröffentlicht, sodass man jetzt nur noch wissen muss, über welche Großlager ausgeliefert wird.
Dann muss man nur noch die Entfernung vom Großlager zum Handel oder Endverbraucher kennen.
Einen wirklichen Wert bekommt man damit zwar nicht heraus, jedoch kann man anhand dieser Werte ermessen, welches Papier einen kleineren oder größeren CO2-Fußabdruck als ein anderes hat.
Ansonsten geht es dann eher nach logischem Menschenverstand.
- Herstellungsland
Jedes Land kann andere Umweltschutzauflagen haben. Einige Länder und Regionen sind für sehr hohe und andere für sehr niedrige bekannt.
- Entfernung vom Herstellungsland:
Je weiter entfernt, desto größer wird der CO2-Fußabdruck.
- Transportmittel
- Überseetransporte erzeugen einen riesig großen CO2-Fußabdruck
Containerschiffe verbrennen immer noch Schweröl. Schaut man sich einmal an, woraus das besteht (z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwer%C3%B6l ) weiß man gleich, dass schon beim Transport ein so großer CO2-Fußabdruck erzeugt wird, dass man alle anderen Aspekte gleich ignorieren kann. Selbst bei einem CO2-Fußabdruck von "Null" bei der Herstellung wäre der CO2-Fußabdruck immer noch viel größer als bei Papieren, die nicht auf diese Art transportiert werden.
- Eigenmarken haben einen größeren CO2-Fußabdruck als Herstellermarken:
Die besondere Verpackung muss extra produziert werden. Die Lagerstätten sind eher konzentriert, sodass die Auslieferungen über längere Strecken gehen müssen.
- Vertriebswege
Papier, das nur online und vorrangig in kleinen Stückzahlen vertrieben wird, erzeugt durch die vielen Einzeltransporte einen höheren CO2-Fußabdruck als wenn man ein Papier direkt aus dem Laden mitnehmen könnte.
Selbst wenn der Transport absolut CO2 neutral erfolgt, bleibt immer noch der CO2-Fußabdruck, der bei der Transportverpackung entstanden ist.
- Aufwand bei der Ries-Verpackung
Die Herstellung von Farben erzeugt auch jeweils einen eigenen CO2-Fußabdruck. Je mehr Farben für das Ries eingesetzt werden, desto größer wird daher auch der CO2-Fußabdruck für den Druck.
- Die Verpackung selbst erzeugt nach dem Gebrauch auch noch einen zusätzlichen CO2-Fußabdruck
Normale Riese enthalten eine Beschichtung. Sie können daher nicht über das normale Altpapier entsorgt werden. Ein Papier-Recycling scheidet daher aus. Sie müssen thermisch entsorgt werden.
Ist das Ries unbeschichtet, aber sehr farbenfroh, entsteht ein zusätzlicher CO2-Fußabdruck dadurch, dass beim Recycling jede Farbe in einem einzelnen Verfahren wieder entfernt werden muss.
Sie werden leider (noch) kein Papier finden, das wirklich alle Kriterien für einen möglichst geringen CO2-Fußabdruck erfüllen wird.
Sie werden zwangsweise ein Kompromiss suchen müssen, der nur "das große Ganze" betrachtet.
Wenn Sie nur einen einzelnen positiven Aspekt betrachten, könnte das am Ende sonst nämlich einen sehr viel größeren CO2-Fußabdruck erzeugen, als wenn sie diesen Aspekt gleich ignorieren.
Beispiel für die Fokussierung auf einen "falschen Aspekt": Unbeschichtete Ries-Verpackung
- Es gibt die besondere unbeschichtete Ries-Verpackung bereits , jedoch nur als Eigenmarken
- Die Papiere mit so einer Verpackung werden relativ weit entfernt hergestellt.
- Der Transport findet, über eine kurze Strecke, auch per Schiff statt.
- Die Verpackung ist immer ziemlich farbenfroh
Hier fallen also alle negativen Aspekte gleichzeitig an, die den CO2-Fußabdruck unnötig vergrößern.
