gestrichen/beschichtet - ungestrichen/unbeschichtet

gestrichen/beschichtet - ungestrichen/unbeschichtet

Ungelesener Beitragvon Administrator » Do 9. Mai 2013, 21:26

Strich = Beschichtung
gestrichen = beschichtet
ungestrichen = unbeschichtet / ohne Beschichtung

Unbeschichtetes Papier findet man in der Grammatur bis ca 80/90g/qm am Häufigsten.
Es erfüllt in der Regel auch alle nötigen Anforderungen für normale Ausdrucke.

Problematisch wird es eventuell aber, wenn man mit Tintenstrahldruckern arbeitet und auf hohe Fotoqualität Wert legt.
Bei dieser Druckereinstellung wird mehr Tinte zum Drucken verwendet als für Normaldrucke.

Das Problem tritt deshalb auf, weil das Mehr an Tinte die Eigenschaft hat, länger zur Trocknung zu benötigen. Ein unbeschichtetes Papier kann dann dafür sorgen, dass die höhere Tintendosis zur "Aufweichung" des Papiers führt.
Die (relativ) rauhe Oberfläche kann dazu führen, dass sie die Tinte regelrecht einsaugt ... anstatt dass sich eine "obenliegende" Farbfläche bildet.
Am Ende kommt dann ein Papier aus dem Drucker, dass sich durch die Feuchtigkeit gewellt hat bzw. dass sich während des Trocknens anfängt zu wellen.

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Hier helfen dann beschichtete Papiere.
Beschichtete Papiere werden auch als "gestrichene Papiere" bezeichnet.
Hier wurde auf das eigentliche Papier eine besondere glatte Schicht aufgebracht (in früheren Zeiten wurde Leim u.Ä. drauf gestrichen.. daher der Begriff "gestrichenes Papier" ).

Der "Strich" sorgt jetzt dafür, dass die Farbe nicht in das Papier eindringen kann, sondern genau da, wo sie aufgesprüht wurde, trocknen kann.

Vorteile von gestrichenem Papier:
1) Der Strich sorgt gleichzeitig für eine höhere Opazität
2) Der Strich hat natürlich auch ein Gewicht. Die Grammatur erhöht sich.
3) Der Strich verstärkt und bindet die Papierfasern. Es entsteht eine höhere Steifigkeit
4) Die Farben werden intensiver und der Druck wird gleichmäßiger

Nachteile von gestrichenem Papier:
1) Man kann es nicht immer beidseitig verwenden. Bei vielen Papieren ist nur eine Seite gestrichen. Das bedeutet, dass man nur auf dieser Seite die Vorteile des Strichs hat. Das Papier muss deshalb immer "richtig herum" eingelegt werden.
2) Die Farbe braucht länger zum Trocknen
3) Gestrichenes Papier zeigt bei Tonern (Laserdrucker, Kopierer, Fax) keine größeren Verbesserungen im Druck. Es könnte diesen Geräten eventuell sogar schaden (hierzu besser vorher einen Gerätefachmann befragen)
4) Der Kaufpreis ist verhältnismäßig hoch, so dass es eher ein Papier "für besondere Gelegenheiten" ist.
5) Für Dokumente, die gegengezeichnet werden müssen, nur bedingt geeignet, da dokumentenechte Stifte eher auf unbeschichtetes Papier ausgerichtet sind.

Eine Unterschrift z.B. mit Kugelschreiber muss relativ stark aufgedrückt geleistet werden. Gleichzeitig muss sie sich durch die Beschichtung drücken um haften zu bleiben. man benötigt deshalb auch spezielle Stifte, damit es nicht so aussieht, als wenn dem Schreiber die "Tinte" ausgegangen wäre.

Einfache Regel:
Für das "Tagesgeschäft" sind ungestrichene besser geeignet.
Für "besondere Gelegenheiten" (und Tintenstrahldrucker) sollte man sich ruhig mal ein paar Ries auf Vorrat legen
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