Preisentwicklungen und Prognosen

Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mi 15. Feb 2017, 05:38

Seit 2010 beobachte ich nun durchgehend die Preisentwicklungen und Tendenzen im Bereich Papier.

Bis 2013 gab es eigentlich ein festes Jahresschema:

Quartal 1: Preiserhöhungen und instabile Preise
Zu Jahresbeginn werden neue Preise ausgehandelt und es wird versucht, allgemeine Kostenerhöhungen weiter zu geben und die Margen etwas auszubauen.

Quartal 2: Stabilisierung von Preisen
In den Verhandlungen des letzten Quartals hat sich herauskristallisiert, welche Preise sich durchsetzen lassen.
In der Regel stabilisieren sich die Preise dann auf einem leicht höheren Niveau als im letzten Quartal.

Quartal 3: Preisverfall
In den Sommermonaten herrscht allgemein ein geringerer Bedarf. Gleichzeitig steigen aber die Lagerhaltungskosten pro Tonne. Es ist also zweckmäßig die Preise zu senken und Lagermengen abzubauen.

Quartal 4: Preiserhöhungen
Der Bedarf steigt und die Lager müssen wieder gefüllt werden. Preissteigerungen müssen allgemein hingenommen werden.

Ab 2013 änderte sich jedoch sehr viel.


1) Die Tendenzen änderten sich
Zuvor war es ein vorhersehbares Auf und Ab der Preise gewesen. Am Jahresanfang lagen die Preise immer etwas höher als zu Jahresbeginn des Vorjahres. Die allgemeine Tendenz zeigte nach oben.

Nun zeigte die allgemeine Jahrestendenz nicht nach oben sondern nach unten. Preiserhöhungen waren nur relativ gering und konnten auch nicht lange durchgesetzt werden.

2) Die Abstände verkürzten sich und wurden variabler
Je nach Hersteller wurden Preisänderungen nicht nur zu Quartalsbeginn sondern oft auch bereits zur Quartalsmitte angekündigt.

3) Die Lager wurden nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter geräumt
Wenn die Preise einen Abwärtstrend aufweisen, ist es sinnvoll die Lager nicht zu voll zu haben um immer wieder von fallenden Preisen profitieren zu können.

Ab 2015 gab es erneut Änderungen

Bereits im 2. Quartal wurden vereinzelte Preiserhöhungen angekündigt
Solche Ankündigungen durchbrachen nicht nur die bisherige Abwärtsspirale sondern auch den vorher üblichen Rhythmus von Preiserhöhungen und -Senkungen.

Im 4. Quartal wurden allgemein massive Preiserhöhungen durchgesetzt
Diese konnten aber durch neue Grammaturen abgefedert und etwas begrenzt werden. Nach der Umstellung gab es effektiv nur eine etwas höhere Preissteigerung als normal.

Die nächsten Änderungen gab es 2016

Im ersten Quartal 2016 ging es dann zum alten Rhythmus zurück, wie man ihn schon vor 2013 kannte.
Das alte Auf und Ab begann erneut und die Entwicklung wurde wieder vorhersehbar.

Im 4. Quartal wurde aber das alte Schema schon wieder durchbrochen.
Es gab keine Erhöhungen, sondern die Preise gaben allgemein wieder etwas nach.
Das war ein Novum, das es zuvor eigentlich nicht gegeben hatte.

Es gab aber auch eine andere Änderung:
Seit Jahren gab es gegen Jahresende keine Meldungen von Lieferproblemen mehr. Die Lager wurden also nicht, in Erwartung weiter fallender Preise, geräumt

Die nächste Änderung gab es dann 2017
Obwohl Preiserhöhungen erwartet werden konnten, erfolgten sie in der Masse jedoch nicht.
Sicherlich gab es auch einige erste Versuche von wirklich massiven Preiserhöhungen. Sie konnten sich jedoch nur rund 1 Woche halten. Danach mussten die Vorprescher dem Druck wieder nachgeben.
Wollten sie überhaupt noch etwas verkaufen, mussten sie die Preiserhöhungen wieder zurück nehmen.

Zur Quartalsmitte werden jedoch allgemein die ersten Erhöhungen durchgesetzt und alle anderen Anbieter "versprechen" schon, dass die Preise sich ab dem 2. Quartal auf jeden Fall erhöhen werden.

Der Rückblick erfolgte nur aus Erinnerungen und nicht aufgrund von Statistiken, die ich führe. Einzelne Entwicklungen können Sie hier auf der Seite und in diesem Bereich in entsprechenden Themen nachlesen.

Damit habe ich den kleinen Rückblick beendet und komme in den Bereich der Prognosen .
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mi 15. Feb 2017, 06:07

Für das 2. Quartal 2017 sind ähnliche Preiserhöhungen wie im 3. Quartal 2015 zu erwarten.

Einerseits erwähnen alle Großvertriebe, dass die Papiermühlen Preiserhöhungen anstreben.
Im Normalfall werden schon allgemeine eigene Vermutungen über die Höhe angegeben. Dieses Jahr wagen die Fachleute jedoch keine Prognosen.
Das zeugt von harten Verhandlungen deren Ausgang noch völlig ungewiss ist.

Andererseits gab es aber auch bereits die ersten Erhöhungen, die sich im Bereich von > 10% bewegen.

Aktuell sind die Lager zwar noch gut gefüllt, so dass es massive Preisunterschiede gibt. Jedoch melden bereits die ersten "Großversorger", dass sie auf Nachschub aus den Herstellerwerken warten.

Die (wahrscheinlich harten) Verhandlungen führen also vermutlich gerade dazu, dass die Werke ihre Auslieferungen verzögern, bis die neuen Preise "geklärt" sind. Sie verhindern damit, dass sich die Großlager genügend Vorräte anlegen können, um die Verhandlungen lange durchhalten zu können.

Prognose für das 2.Quartal 2017:
Preiserhöhungen sind im Bereich von bis zu 15% zu erwarten. Wahrscheinlich werden "C-Qualitäten" am meisten betroffen werden.

Papiere aus anderen Kontinenten werden wahrscheinlich bevorzugt importiert werden, um die Preiserhöhungen ausgleichen zu können. Das bedeutet, dass neue Marken auftauchen werden.

PS:
Gleichzeitig wird das natürlich auch der Umwelt schaden.
Selbst wenn das Holz für den Zellstoff schnell nachwächst und damit weniger Landmasse für den Anbau benötigt wird, wird dieser Anbauvorteil durch die erhöhte Umweltschädigung durch die langen Transportwege zunichte gemacht.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Di 4. Apr 2017, 00:45

Das 2.Quartal 2017 hat begonnen.
Die Prognose, dass C-Qualitäten wahrscheinlich hauptsächlich betroffen sein könnten, ist eingetroffen.
Der Preisanstieg in dieser Gruppe entspricht in etwa den Erwartungen.

In den "Oberklassen" wird die Preiserhöhung überwiegend als moderat angesehen.
Während in der C-Qualität bis Q4 wohl kaum mit weiteren Steigerungen zu rechnen ist, sollte man bei A-Qualitäten solche jedoch für Q3 nicht unbedingt ausschließen.

Grund dafür ist, dass diese Qualitäten eher ein geringeres Absatzvolumen haben. Die aktuellen Erhöhungen könnten ein Mitnahmeeffekt sein. Bis Ende des Quartals werden sich dann die Lager leeren und man wird eventuell eine weitere Steigerung bekannt geben müssen.
Hier wird deshalb die Preissteigerung wohl eher in mehreren kleineren Schritten stattfinden.

Schon gewusst ?
Importe von anderen Kontinenten sind weniger von Preiserhöhungen betroffen

Wer im Importgewerbe arbeitet weiß, wie ein Import abläuft.
- Avis und Geldtransfer für die Produktion
- Produktion
- Warentransport und Verzollungen
- Wareneinfuhr und Verzollungen
- Einlagerung

Je nach Ware können zwischen Avis und Einlagerung bis zu 6 Wochen vergehen. Die Ware wird also schon dann eingekauft, wenn die Preise noch auf altem Stand sind. Preiserhöhungen wirken sich erst bei der nächsten Order aus.
Im Optimalfall kann man also zum Ende eines günstigen Quartals ordern und seine Lager noch mit günstiger Ware füllen, während sich die Preisspirale bereits aufwärts gedreht hat.

Je nach Umschlaggeschwindigkeit eines Vertriebes ( und mit entsprechenden Laufzeiten) tritt ein hoher Mitnahmeeffekt ein, der dafür sorgt, dass die Preise später nur entsprechend geringfügig gesteigert werden müssen.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Fr 5. Mai 2017, 02:48

Preiserhöhungen zum 15.Mai 2017 angekündigt.

Die "The Navigator Company" hat über seine diversen Großvertriebe verlauten lassen, dass ab dem 15.05. neue Preise ausgegeben werden sollen.
Diese "Papiermühle" ist die "No.1" in Europa und eine der größten weltweit.

Von der Ankündigung sind unzählige bekannte Marken betroffen und auch ein sehr großer Teil von "Hausmarken" wird dort hergestellt.

Es gibt aber eine Einschränkung:
Für Marken, bei denen die Preise schon bis zum Quartalsende zugesichert wurden, ändern sich die Preise noch nicht.

Für die meisten "qualitativ hochwertigen Marken" wurden Preisgarantien gegeben.
Am Ende werden die Preiserhöhungen also jetzt nur für unbekannte Marken durchgesetzt werden.
Ob und was dann zu Beginn von Q3 zu erwarten ist, steht in den Sternen.

In der Vergangenheit hat diese Herstellergruppe schon oft Preiserhöhungen im Mai angekündigt, konnte sie dann aber im folgenden Quartal nur selten flächendeckend und langfristig durchsetzen.

Mein aktueller Rat an alle Einkäufer:
Bereiten Sie sich bereits jetzt auf einen "Markenwechsel" vor.
Lassen Sie sich von Ihrem Lieferanten rechtzeitig beraten, so dass Sie (im Fall von Preiserhöhungen) sofort auf eine andere Marke wechseln können, für die weniger hohe Aufschläge verlangt werden.

Ihr Lieferant wird Ihnen garantiert dabei helfen, da er auch kein Interesse daran hat, dass Sie beide mehr bezahlen sollen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.
Hier können Lieferanten und Kunden also sehr gut zusammen arbeiten, um sich nicht einem Monopol unterwerfen zu müssen.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Sa 10. Jun 2017, 03:36

Was war eigentlich mit der Preiserhöhung zum 15.05. 2017 ?
Wie schon letzten Monat geschrieben, folgte es dem "üblichen Mai-Schema": Es gab keine.

Erneut gab es die Ankündigung einer Preiserhöhung. Diesmal sollen sich die Preise ab dem 19.06.2017 erhöhen.
Die Spanne wurde auch schon mit "von ... bis" bekanntgegeben.
Ich betrachte sie als "im noch vertretbaren Rahmen".

Wie weit es sich wirklich prozentual auf die einzelnen Kategorien auswirken wird, kann ich dieses Mal nicht sagen. Dazu fehlt leider noch ein erster Vergleichswert.

...

Im Normalfall erfahre ich durch persönliche Einschätzungen und Andeutungen durch "die Großen der Branche", oder durch Untertöne in der Stimme, mit was zu rechnen ist.
Je nach Stimmungslage kann ich daraus prognostizieren, ob mit massiven Erhöhungen zu rechnen ist oder ob es noch nicht raus ist, ob sich überhaupt etwas ändert.
Für das nächste Quartal ist das Verhalten jedoch so unsicher, dass ich damit rechne, dass selbst dort noch keine Informationen vorliegen, mit was zu rechnen ist.

...

Manche Großvertriebe können übrigens "vor Arbeit nicht mehr aus den Augen schauen können". Die Bestellungen laufen dort jetzt so massiv ein, dass sie teilweise nicht mehr abgearbeitet werden können.
Lieferverzögerungen sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel geworden.

Sie, liebe Einkäufer/Innen machen es also genau richtig:
Sie ordern lieber früher, wenn die Preise noch gesichert und klar sind, als darauf zu vertrauen, dass im nächsten Quartal "doch nichts passiert".

xxxxxxx

Was kommt eigentlich auf die Einkäufer mit "kleinem Bedarf" zu ?
Viele von Ihnen konnten bislang auf die Preisgarantien vertrauen, die manche US-Konzerne über ihre Vertriebssysteme für das jeweilige Halbjahr geben.

Üblicherweise werden im 2. Halbjahr auch generell neue Preise herausgegeben.
Da sich die Preiserhöhungen durch die ganze Branche ziehen, werden auch internationale Großkonzerne nicht davon verschont bleiben.

Gehen Sie also auch auf "Nummer sicher" und ordern Sie auch noch bevor das 2. Halbjahr beginnt. Bauen Sie nicht darauf, dass Devisen-Vorteile langfristig weiter gegeben werden (können).
Nutzen Sie daher auch verstärkt Sonderangebote mit denen Sie Ihren Bedarf für das nächste Halbjahr decken können.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Fr 4. Aug 2017, 03:21

Das 3. Quartal 2017 hat begonnen. Ein Großteil der Vertriebe hat ihre "Preise nach oben korrigiert".
Wie vorhergesagt, konnten die Preise von Überseeware noch einige Zeit stabil gehalten werden.

Mit der Neubestückung der Lager ändern sich jedoch auch dort jetzt die Preise.

.....

Prognose für das 4. Quartal 2017
Wahrscheinlich werden auch dann wieder Preiserhöhungen angekündigt werden. Kurze Zeit nach dem Quartalswechsel wird den Großvertrieben jedoch "starker Gegenwind" entgegen wehen.
Immer wieder weiter steigende Preise sind am Markt nicht durchzusetzen. Ohne Stagnation und Preisstabilität wird das Volumen zurück gehen.

Schätzungsweise wird also der Monat Oktober von Preissteigerungen gekennzeichnet sein, die durch den Druck der kleineren Vertriebe dann auf das bisherige Niveau gedrosselt werden können.
Einkäufer sollten sich deshalb besser in den Monaten September und November versorgen.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mi 18. Okt 2017, 21:31

Das 4 Quartal 2017 hat begonnen. Mich persönlich freut es, dass ich die Entwicklung so einigermaßen korrekt vorhergesehen hatte.

Europäische Produktionen sind erst einmal drastisch erhöht worden. In Zusammenarbeit von kleinen mit größeren Vertrieben konnte jedoch so viel Druck aufgebaut werden, dass die Preise relativ moderat gestiegen sind.
Noch vor wenigen Tagen ging es nur noch um Tonnagen, die als gemeinsames Druckmittel gegenüber den Großvertrieben genutzt werden konnten.
Schon 3stellige Tonnagewerte entschieden darüber, welche Großvertriebe im aktuellen Quartal ihre Kunden verlieren würden - wobei auch nur die Großmengen relevant waren. Kleinere Tonnagewerte werden über etwas größere Vertriebe gehen, während die großen Einheiten wiederum direkt über Großvertriebe und Werke gehen.

Insgesamt ändern sich die Strukturen derart, dass mittlere Vertriebe bevorzugt als Zwischenhändler fungieren, während die Großvertriebe in den vergangenen Jahren auch "direkt vor Ort" anzutreffen waren.
Den "Großen der Branche" werden dadurch drei bis vierstellige Tonnagewerte verloren gehen, die jetzt über, von den mittleren Vertrieben bevorzugte, andere Lieferanten gehen werden.

.......

Prognose für das 1. Quartal 2018

Die Großmengenpreise werden im Januar 2018 zunächst steigen wollen - jedoch können können sich die Großvertriebe keine weiteren Tonnageverluste leisten. Gegen Ende Januar wird man sich wohl darauf einigen, die Verhandlungen erst noch auf Eis zu legen und geplante Erhöhungen auf das 2. Quartal zu verschieben.

Bei Kleinmengen werden die Großvertriebe gemerkt haben, dass sie viele Einzelaufträge verloren haben.

Jetzt gibt es zwei Grundrichtungen, in die die Tendenz gehen könnte

1)
Falls die Verluste an Auftragszahlen sich durch erhöhte Tonnagen ausgeglichen haben, werden sich die Preisunterschiede nicht ändern. Im Gegenteil wird die Diskrepanz immer noch größer werden, um mit weniger Aufträgen noch mehr Tonnage zu machen.

Für die Mitarbeiter der "Großen" würde das eine schlimme Zeit einläuten. Arbeitsplatzverluste in Höhe von ca. 30% wären die Folge durch Abbau von Fahrerlagern, Logistik, Fuhrpark und Lagerfachkräften.
Wenn LKW oder Paletten nur noch komplett gehandelt werden, braucht man eben keine Fachkräfte mehr, die sie in kleinere Einheiten aufteilen und bewegen. Auch für Disponenten und Vertrieb gibt es weniger zu tun, wenn man sich nur noch auf die großen Einheiten konzentriert.

Die "wirklich großen Vertriebe" würden sich dadurch von der "Verbraucherfront" zurück ziehen und den mittleren und kleineren das Feld überlassen. Damit entfällt auch eine Wettbewerbsebene.

2
Die "Großen" wollen auch weiterhin "unten mitmischen", weil sie zu große Verluste an Tonnagen hatten. Das wird sie zwingen, die Preise für kleine Einheiten zu senken. Davon profitieren dann die kleineren Vertriebe, die dann wieder die Wahl zwischen mittleren und großen Vertrieben haben.

Leider ist meine Wahrsagerkugel gerade in Reparatur *lach*
Auch mit jahrelanger Erfahrung kann ich nicht abschätzen, wie weit sich die Konzentration auf Großmengen bei den Großlagern auswirken wird.
Denkbar ist auch, dass Vertriebe mit großen Tonnagen - aber in kleineren Einheiten- genügend Druck aufbauen können, um die Großvertriebe zu Preissenkungen zu bewegen, damit diese Tonnagen auch weiterhin (oder wieder) direkt über die Großlager laufen können.

Für Verbraucher wird es 2018 wahrscheinlich schwer werden.
Viele kleine Quellen werden versiegen, weil sie nicht mehr zu akzeptablen Preisen in Kleinmengen beziehen und liefern können. Eine Konzentration auf pure Großmengen führt dazu, dass die Vielfalt eingeschränkt werden muss.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Di 13. Mär 2018, 02:22

Das 1. Quartal ist nun fast zu Ende. Ein kurzer Rückblick.
Direkt zu Beginn stiegen die Preise, wie von den Großen geplant. Doch schon Mitte Januar wurden die ersten Erhöhungen teilweise wieder etwas zurück genommen. Erst ca. Mitte Februar wurden auch die letzten Verhandlungen beendet.

Kurz danach wurde publik, dass eine asiatische Papiermühle nur noch zu sehr überhöhten Preisen nach Europa liefern würde. Geschätzt ein Dutzend Marken fallen daher langfristig aus.
Die Großlager sind schon länger leer. Nur vereinzelt, und für wenige Stunden, tauchten ein paar Paletten auf. Dann war endgültig Schluss.

Die Marken der asiatischen Herstellergruppe finden sich jetzt nur noch vereinzelt in kleineren Lagern. Die Marken werden nicht mehr aktiv beworben, damit man für seine Bestandskunden genügend Vorräte hat, damit diese Kunden noch möglichst lange darauf zugreifen können. Doch irgendwann sind auch diese letzten Lager leer.
.......

Die langfristige Entwicklung des Marktes kann man aktuell nicht mehr erahnen.
Dass sich die asiatische Herstellergruppe nach 28 Jahren faktisch aus dem europäischen Markt zurück ziehen wird, war nicht vorherzusehen.
Für die Zukunft spielt es auch noch eine Rolle, ob sich ein Handelskrieg zwischen den USA, Asien und Europa entwickelt. Findet er statt, wird er globale Auswirkungen auf alles haben.

=======

Gesichert ist für das zweite Quartal 2018:
Die Preisverhandlungen sind überwiegend bereits jetzt schon unter Dach und Fach. Die Preise werden erneut moderat steigen.

Für das zweite Quartal ist zu erwarten, dass bestimmte Marken stärker lanciert werden. Bei den Großvertrieben der Hersteller findet eine Umstrukturierung statt.
Ein paar weitere Marken sollen vom Markt genommen werden - so die Planung.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Sa 5. Mai 2018, 00:20

2. Quartal 2018

Wie bereits vorher gesagt gab es nur geringe Erhöhungen. Manchmal waren sie auch so marginal, dass man sie nicht einmal weiter geben muss.

Bei hohen Qualitäten kann das aber auch anders aussehen.
Gerade bei begehrten hohen Grammaturen zeigten sich Aufschläge, die bis zum 3fachen Wert derer für 80g Sorten waren. Während es in den unteren Grammaturen immer wieder Neuerscheinungen gibt, beginnt sich die Nachfrage bei den höheren auf wenige Sorten zu konzentrieren.

Oft kann man dem Verbraucher nicht plausibel erklären, weshalb eine höhere Grammatur unverhältnismäßig hoch im Preis gestiegen ist. Hier kann man nur persönliche Vermutungen aussprechen, die auf Annahmen und Spekualtionen beruhen.

Man kann nur ganz neutral sagen
"Nachfrage und Angebot regeln den Preis"

.........

Für das dritte Quartal habe ich noch nichts "läuten hören". Dazu ist es noch zu weit weg.
Nach den Erfahrungen der letzten Jahre könnte man meinen, dass die Preise stagnieren oder leicht fallen werden.

Wenn die Preise leicht fallen, könnten die Ermäßigungen auch eher marginal sein. Bei Sorten, bei denen man die aktuellen marginalen Erhöhungen nicht weiter gegeben hat, sollte man nicht erwarten, dass die marginalen Senkungen dann weiter gegeben werden. Erhöhung und Senkung gleichen sich aus. So haben Händler keine Verluste und Verbraucher keine dauernden Preisschwankungen. "Passt scho" sagt man so schön.

Für den Fall, dass es, wider Erwarten, jedoch weitere Erhöhungen gibt, sehe ich schwarz.
Aktuell ist das höchste Preisniveau aus dem Jahr 2013 noch nicht wieder erreicht - aber - wir stehen sehr bald wieder auf dem gleichen Level. Im ungünstigsten Fall wird es im vierten Quartal 2018 wieder erreicht sein. Dann sind die 5 Jahre "günstiges Papier" wohl endgültig Geschichte.

Lassen wir uns einfach überraschen, was die Zukunft bringt. Günstiger als im dritten Quartal wird es dieses Jahr wohl nicht mehr werden.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mo 10. Sep 2018, 19:50

3. Quartal 2018

Die Preise sind schon wieder angehoben worden. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Großvertriebe erkennen, dass die Grenzen der Zumutbarkeit mittlerweile erreicht sind.
Während einige die mittlerweile "typisch" gewordenen Preiserhöhungen berechnen, taktieren andere bereits etwas vorsichtiger.

Dritte scheinen bereits Tonnagen-Verluste zu spüren und haben, verglichen zum 1. Quartal, die Preise für bestimmte Sorten gesenkt.
Vermutlich sind Dauerbezieher dabei, abzuspringen so dass man die Verluste durch Reaktivierung von früheren Abnehmern ausgleichen muss. Um sie wieder zu bekommen, muss man natürlich die vorher hohen Kurse, die zum Absprung geführt haben, wieder senken.

Völlig unüblich früh, begannen die neuen Preisverhandlungen bereits ca. ab Mitte August. Hier geht es darum, den Mitbewerbern zuvor zu kommen, um bereits zu Beginn des neuen Quartals entsprechende Auftragsvolumen zu bekommen, bevor die Konkurrenz ihre Preise wieder etwas senkt.

Unabhängig davon lautet die Parole wieder überall: "Die Hersteller wollen ab Oktober die Preise erhöhen."
Mittlerweile sind die Preise bereits wieder auf dem Niveau von 2013 angekommen und haben sie teilweise sogar schon leicht überschritten.

Die Politik der kleinen Schritte stößt auf immer mehr Unmut.
.....

Prognose für das 4. Quartal 2018
Es wird erneut eine Preiserhöhung geben.

Zusätzlich beginnen diverse Vertriebe damit, immer höhere fixe Kosten für jeden Auftrag, unabhängig von der Auftragshöhe aufzuschlagen.
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