Preisentwicklungen und Prognosen

Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mi 3. Okt 2018, 20:55

Die Preise für das 4. Quartal 2018 werden viele schockieren.

Natürlich war die Erhöhung grundsätzlich schon bekannt gewesen. Man rechnete mit der bisher üblich gewordenen Erhöhung. Dass diese teilweise jedoch jetzt 3x so hoch ausfällt, damit konnte nicht gerechnet werden.

Im 4. Quartal 2015 gab es ähnlich hohe Sprünge, jedoch wurden gleichzeitig auch neue Papiere eingeführt sodass der Verbraucher immer noch die Wahl hatte, auf ein anderes, weniger teures, Papier umzusteigen. Diese Wahl gibt es jetzt teilweise jedoch nicht mehr.

Der Effekt wird sein, dass jetzt langjährige Zusammenarbeiten beendet werden.
Wenn ein bestimmter Markeninhaber oder Importeur meint, die Preise abnormal anheben zu können, müssen die Vertriebe ihn, in Zusammenarbeit mit den Endverbrauchern, auf den Boden der Tatsachen zurück holen.

Endkunden, die partout bei ihrer Marke bleiben wollen, werden extrem mehr dafür zahlen müssen. Ihr Markenbewusstsein stützt auf lange Sicht die Preispolitik der Marke. Auf "besonders gute Preise" zu hoffen, können sie vergessen. Die Preiserhöhungen gehen schließlich direkt von der Marke aus und nicht von den Händlern.

Endkunden, die zwischenzeitlich auf eine andere Marke umsteigen, unterstützen die Bemühungen, die Markenpreise wieder auf ein vernümftiges Maß herunter zu bekommen. Vielleicht können sie dadurch schon im nächsten Quartal wieder zu ihrer Marke zurückkehren.

Prognose für das 1. Quartal 2019
Die Hersteller "versprechen" bereits jetzt schon eine erneute Preiserhöhung im Januar.

Langzeitplanung von Herstellern und Großvertrieben ...
Es wird bereits jetzt schon davon gemunkelt, dass der Plan besteht, die Papierpreise kontinuierlich bis 2020 immer weiter zu erhöhen.
Dann wollen wir mal hoffen, dass Endverbraucher und kleinere Vertriebe zusammen genügend Druck ausüben werden, um solche Planungen zunichte zu machen.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Do 20. Dez 2018, 22:26

Die Preise für das 1. Quartal 2019 liegen teilweise schon vor bzw. sie wurden bereits im Groben beziffert.

Ja, die Papier-Preise werden erneut steigen. Diesmal jedoch nicht mehr so stark wie im letzten Quartal.
Auf den ersten Blick klingt das positiv. Es scheint also, dass der Druck von Verbrauchern und kleinen Vertrieben erfolgreich nach oben weiter gegeben werden konnte.
"Wir machen das nicht mehr mit. Überlegt euch etwas anderes"

Leider scheinen die Großvertriebe eine "Idee" gehabt zu haben, die Preise trotzdem weiter zu erhöhen als es offiziell den Anschein hat.
Alle kündigen eine Erhöhung/Reform der Nebenkosten an. Das bedeutet, dass im Endeffekt zusätzliche Kosten verlangt werden. Dadurch sieht der reine Papierpreis zwar "noch OK" aus, im Endeffekt steigt er aber um die (oft neuen) Zusatzkosten.

Als Begründung werden gestiegene Energiekosten, Frachtraten, Dieselzuschläge und Mautgebühren angegeben.
Ich weiß leider auch nicht, wie hoch die Zusatzkosten ausfallen werden. Diese werden erst im Januar bekannt gegeben. Betragen sie mehr als ein paar wenige Euro pro Palette, wissen Insider wie ich, dass es sich um versteckte Preiserhöhungen handelt.

Für den normalen Verbraucher wird es am Ende jedoch keine Rolle spielen, wie sich der Preis zusammen setzt.
Ich persönlich kann nur hoffen, dass dadurch aus den "moderaten Steigerungen" nicht plötzlich doch wieder "hohe Sprünge" werden.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mi 18. Sep 2019, 04:16

Das dritte Quartal 2019 ist fast abgelaufen. Zeit für einen Rückblick und einen kleinen Ausblick in die Zukunft

1. Quartal 2019
Ja, die Preise sind leider weiter gestiegen. Zusätzlich haben viele Vertriebe spezielle Services abgeschafft oder bepreisen sie so hoch, dass keiner gewillt ist, sie weiterhin zu beauftragen.

2. Quartal 2019
Erneut sind die Preise gestiegen, jedoch nicht bei allen Marken. Gerade bei den höchsten Qualitäten fielen die Erhöhungen sehr moderat aus und manchmal wurde auch komplett darauf verzichtet.

3. Quartal 2019
Gegen Ende des Quartals zeichnete sich ab, dass die Zusammenschlüsse Konsequenzen auf die Preise haben würden. Unter der Voraussetzung, weiterhin hohe Tonnagen zu generieren, werden bereits jetzt Preise bis zum Jahresende gewährt. Diese Preise können dazu genutzt werden, wiederum andere Großvertriebe zum Überdenken ihrer Preise zu bewegen.

Aussicht für das 4. Quartal 2019
Aus gut informierten Kreisen gibt es die ersten Informationen, dass die Hersteller unter Zugzwang gekommen sind und die Preissteigerungen nicht weiter fortführen. Einzelne kleinere europäische Hersteller versuchen sich jedoch gegen den Trend zu stellen.

Es ist abzusehen, dass es bei den mittleren und oberen Qualitäten zu einer Stagnation der Preise kommen wird. Im unteren Qualitätsbereich wird es auf die Bezugsmenge ankommen, ob die Preise leicht einbrechen oder noch etwas steigen.
Stagnation und Ermäßigungen sind im Bereich ab einer halben Tonne (1 Palette) zu erwarten. Unterhalb dieser Menge werden sich die Preise festigen oder können durchaus noch etwas ansteigen.

Vage Prognose für das erste Quartal 2020
Nachdem sich die neuen Zusammenschlüsse gefestigt haben, wird wahrscheinlich versucht werden, die neue Marktmacht auszunutzen. Da sich gleichzeitig noch einige Großvertriebe vom deutschen Markt zurückziehen, wird es zu großem Druck auf den verbliebenen Rest kommen.
Vertriebe, die keinen großen Druck mehr aufbauen können, werden mit ihren bisherigen Verhandlungstaktiken zunehmend scheitern. Im besten Fall können sie die Preise halten. Ihnen bleibt nur der Ausweg, sich neue Partner zu suchen, mit denen sie gemeinsam Druck aufbauen können. Immer mehr Vertriebe werden abhängig von ihren Bezugsquellen werden.

Für den Verbraucher wird diese neue Konstellation bedeuten, dass die Menge der tatsächlichen Anbieter immer weiter sinken wird. Kleine Eigenmarken werden immer teurer werden oder komplett vom Markt verschwinden. Ab dem 2. Quartal wird dann wahrscheinlich die Preisschraube wieder angezogen werden.

Empfehlung für Einkäufer:
Schaffen Sie sich geeignete Lagermöglichkeiten und kaufen Sie dieses Jahr noch größtmögliche Mengen ein. Beachten Sie aber immer, dass Papier nicht unendlich lange gelagert werden kann.
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Re: Preisentwicklungen und Prognosen

Ungelesener Beitragvon Administrator » Mo 13. Jan 2020, 22:05

Das 4. Quartal 2019 ist vorbei
Die Prognose ist so ziemlich eingetroffen.

Gegen Ende des Jahres wurde jedoch das Papier knapp.
Eigentlich ist das ein "jährlicher Normalzustand". Kurz vor Weihnachten brach jedoch in einem portugiessichen Werk ein Feuer aus. Schon vorher waren seine Papiere kaum noch verfügbar. Dieses Unglück führte jedoch dazu, dass es auch zum Jahresbeginn 2020 keinen nennenswerten Nachschub aus diesem Werk geben würde.

Und schon sind wir im 1. Quartal 2020
Als Ersatz für die ausfallenden Papiersorten werden natürlich andere gleichwertige als Ersatz ausgeliefert. Das sorgt jedoch dafür, dass auch deren Bestände zur Neige gehen werden. Die anderen Herstellerwerke haben nicht die nötigen Kapazitäten, um auch längerfristig als Alternative dienen zu können.

Die aktuell ausgefallenen Marken werden auch in Wochen noch nicht verfügbar sein. Sobald die ersten LKW wieder in den Großlagern eintreffen, können sie faktisch gleich zu den Bestellern durchfahren. Abermillionen Blatt dieser Papiere sind bereits vorbestellt und warten nur noch auf die Auslieferung... und täglich kommen weitere Order hinzu.

Die obersten Qualitäten werden wohl bald Mangelware werden. Auf die Preise wird sich das wohl (noch) nicht auswirken. Es besteht jedoch die negative Aussicht, dass die Preise mit der nächsten "Preisrunde" erhöht werden.
Aktueller Preis-Status: Überwiegend stabil in den obersten Qualitäten. Je nach Marke und Qualität sind durchaus leichte Erhöhungen möglich.

Doch Vorsicht:
Auch wenn der Papierpreis selbst nicht steigt, so werden doch immer mehr Zusatzkosten "weiter gereicht".
Kleinere Mengen als eine Palette steigen im Preis, da der Aufwand für das Kommissionieren extra bewertet und berechnet wird. Zusätzlich werden auch steigende Energiekosten zunehmend als höhere Fracht- oder Logistikkosten ausgewiesen.
Es war im vergangenem Jahrzehnt oft üblich, dass solche Zusatzkosten "Knall auf Fall" erhoben oder erhöht wurden - unabhängig vom üblichen Rhythmus der Papierpreise.

Mein persönlicher Rat für das laufende Quartal:
Wenn Sie eine "A-Qualität" einsetzen, versorgen Sie sich rechtzeitig, bevor Sie wirklich Bedarf haben werden. Damit umgehen Sie wenigstens einen zu erwartenden Versorgungsengpass.

Natürlich verringert so eine "vorzeitige Vorsorge" die verfügbaren Bestände noch schneller als es eigentlich zu erwarten wäre. Das sollte jedoch nicht Ihr Problem sein. Es gehört schließlich zu Ihrer Aufgabe, die Versorgung mit Papier rechtzeitig sicher zu stellen.
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